Wenn Ayko im B-Wurf geboren worden wäre, hätten wir ihn Buddha nennen müssen. Oder Bettvorleger.

Er hat ein wirklich unvergleichbar ausgeglichenes Gemüt, ist ungewöhnlich menschenfreundlich und will von jeher von jedem Menschen gestreichelt werden. Er liebt alles und alle, von der Katze bis zum Baby - je kleiner, desto lieb.

In Hundebegegnungen ist er jetzt mit 2 1/2 Jahren - Stand Oktober 2020 - noch in der Entwicklung begriffen. Liebte er in den ersten 1 1/2 Jahren grundsätzlich alle anderen Hunde, geht er allmählich dazu über, zu differenzieren.

Wir begleiten ihn bei dieser Entwicklung mit Sicherheit und klaren Grenzen, damit er auch weiterhin das in der Menschengesellschaft nötige gute Verhalten zeigt.

 

Februar 2021:

Vom Buddha war ab Januar nicht mehr viel zu spüren. Es ist unglaublich, wie schnell sich ein Schmusebär, die so lange so lieb zu Mensch und Tier war, unter dem Einfluss der Hormone verändern kann. In Bezug zu Menschen hat sich zum Glück gar nichts geändert, Ayko ist nach wie vor ein sehr großer Menschenfreund.

Aber schon im Urlaub in der Schweiz hatte er angefangen, zusammen mit Mama Alba einen anderen Hund vom Abendspaziergangs-Arrreal zu vertreiben. Solche Aktionen sind in Folge immer mal wieder passiert. Die Rüdenbegegnungen wurden zunehmend von Knurren begleitet und vor allem von Hinziehen zu dem Artgenossen mit der Absicht, ihn zu lehren, dass da gerade ein Hovawart heranwächst, der sein Mensch-Hund-Rudel schützt. Das geht in der Regel ziemlich laut, aber ohne Verletzung vonstatten. Es ist aber definitiv nicht hinnehmbar, dass sich zwei Hovawarte die Freiheit herausnehmen, andere Hunde je nach Sympathie oder Areal, in dem man gerade mit ihnen herumläuft, mit großem Getöse einzuschränken.

Mit einem Pärchen ist es dann auch besonders interessant, denn Alba kann Hündinnen - jedenfalls unsichere und  kleiner Exemplare- nicht leiden  und aufmüpfige, energiegelandene will sie nach guter Mutterart erziehen. Das geht in jedem Fall mit ziemlich viel Krach einher und alle beteiligten Menschen, die Hovawarte in Aktion noch nie gesehen haben, sind der festen Überzeugung, dass der andere Hund endgültig gemeuchelt wurde. In Wahrheit wird ihm normalerweise kein Haar gekrümmt, aber das können sie ja nicht wissen.

Und es stimmt auch leider nicht immer.

Ayko hat es geschafft, sich derart darüber aufzuregen, dass Alba einen netten Terrier geküsst hat, dass er sich in mittlerweile schon einige Male bewährter Manier auf ihn gestürzt hat. Nun ist ein Terrier dazu gezüchtet, sich in Fuchs- und anderen Bauten gegen deren Bewohner zur Wehr zu setzten, und das hat er auch mit Ayko gemacht. Einem Biss in Aykos Schnauze folgte ein Biss in des Terriers Hinterteil - und schon hatten wir den Salat.

Da ich nach tagelanger Schnappatmung und langer Analyse der Begegnung zu der Überzeugung gelangt bin, dasss wirklich viel Testosteron im Spiel war, habe ich mich für einen Kastrationschip entschieden, der ein halbes Jahr wirken soll - pi mal Daumen. Der wirkt auch tatsächlich sehr gut, Alko ist quasi in seiner Entwicklung um ein Jahr zurückgestuft worden und wird nun mit allem konfrontiert, was ich für nötig erachte, um ihn das neue Aufleben der Hormone souveräner und gelassener erleben zu lassen.

Wie das geht - demnächst an dieser Stelle....

 

 

 

 

Kleine Ayko-Geschichten in Bildern